Ischialgie

Die Ischialgie – meist ist die wahre Ursache des schmerzes NICHT der Bandscheibenvorfall

Viele Ischiaspatienten haben die Wirkung der Chiropraktk zu schätzen gelernt, weil sie eine mögliche Ursache des Ischiasschmerzes schnell beseitigen kann. In den meisten Fällen hat die Ischialgie (Schmerz entlang des Beines oder auch im Becken, auch manchmal Lumbago genannt) nicht einen Bandscheibenvorfall oder eine Blockade im Bereich der Lendenwirbelsäule als Hintergrund – vielmehr haben die Schmerzen eine relativ banale Ursache: Verspannungen der tiefen Beckenmuskulatur aufgrund Verstellungen der Becken- schaufeln. In sehr seltenen Fällen kann der Oberschenkel aus dem Hüftgelenk gleiten und ebenfalls Verursacher der Schmerzen sein – diese Theorie aus der Wirbelsäulentherapie nach Dieter Dorn, konnte ich noch kein einziges Mal bestätigt finden.

Die Rolle des Beckens

Der Statik des Beckens kommt in der Entstehung einer Ischialgie eine bedeutende Rolle zu. Es gibt viele Möglichkeiten der Fehlstellungen der Beckenknochen:

  • Kippen nach innen oder außen,
  • Kippen nach vorne oder hinten,
  • Fehlstellungen des Kreuzbeins oder des Steißbeins,
  • Blockade des Ileosakralgelenks,
  • schlechter Schluss der Symphyse (Kontaktstelle der beiden Schambeine)
  • eine vertikale Verschiebung (ein Beckenkamm steht höher) oder auch eine
  • horizontale Verschiebung (die Beckenkämme stehen auf gleicher Höhe, aber eine Beckenschaufel ist etwas nach hinten gedreht) eines Beckenkamms.

Oft wird verkannt, wie stark diese verschiedenen Positionsveränderungen der Beckenschaufeln auf den Muskeltonus einwirken. Sicher ist: Erst eine Optimierung der ganzen Beckenstatik führt zu einer dauerhaften Linderung der Beschwerden, wenn der Bandscheibenvorfall nicht der wirkliche Verusacher ist!

Im ersten Schritt muss ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen werden. Danach erfolgt die Überprüfung der Beinlängendifferenz und Korrektur des Sprung- und Kniegelenks, als nächster Schritt muss der Ausgleich der Beckenstatik erfolgen. Dazu ist es auch nötig, das Kreuzbein wieder auf seinen richtigen Platz zu stellen. im nächsten Schritt muss die Stellung der Lendenwirbel überprüft und nötigenfalls korrigiert werden. Sind jetzt alle knöchernen Elemente wieder an ihrer angedachten Stelle, muss der Augenmerk darauf liegen, die gesamte Muskulatur im Becken- ud Lendenwirbelsäulenbereich zu lösen, denn sie wird 24 Stunden am Tag aufgrund der Fehlstellungen belastet – und hat starke Verspannungen aufgebaut.

Allerdings entspannt sich die tiefe Gesäßmuskulatur nach einer Korrektur der Beckenstatik nicht vollständig. Oft sind weitere Maßnahmen wie eine tiefe Pomassage oder eine gezielte Behandlung der Triggerpunkte der gesamten Pomuskeln (kann weh tun) notwendig, um die gewünschte Schmerzfreiheit zu erreichen. Eine angenehme und auch sehr tiefe Lösung der Muskelverhärtungen kann die BOWENTHERAPIE erreichen. Sie ist ein recht tief wirkendes Heilverfahren und hilft dem Organismus dabei, sich neu zu strukturieren. Eine Verkrampfung der Muskulatur kann aufgrund einer Übersäuerung des Organismus verstärkt werden. Daher ist es ratsam, bei wiederkehrenden Beschwerden des Muskelapparats den SÄURE-BASEN-HAUSHALT zu überprüfen. Das ist ganz einfach und ohne großen Aufwand zu realisieren.

Selbst ein Bandscheibenvorfall kann schmerzlos sein

Ein Bandscheibenvorfall, der oftmals als Verursacher des Schmerzes angegeben wird, bereitet nur in den seltensten Fällen diese Schmerzen. Der Grund liegt im Aufbau der Wirbelsäule. Im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule sind die Spinalnerven von Rückenmark umgeben. Fällt in diesem Bereich eine Bandscheibe in den Rückenmarkskanal vor, quetscht sie sofort die Spinalnerven ein und durch den stetigen Druck auf den Nerv kommt es zu heftigsten Erscheinungen bis hin zu Lähmungen.

Im Bereich der Lendenwirbelsäule jedoch gibt es kein Rückenmark, die Spinalnerven sind nur von Flüssigkeit (Liquor) umgeben. Fällt in diesem Bereich eine Bandscheibe vor, schiebt sie dabei den Spinalnerv etwas zur Seite. Dieser Vorgang ist im Normalfall jedoch NICHT mit Schmerzen verbunden. Erst wenn die Bandscheibe den Wirbelkanal zur Seite stark oder nach hinten total verlegt, kann es auch zu heftigsten Beschwerden kommen. Dann hängen diese Beschwerden wirklich mit einem Bandscheibenvorfall zusammen und können auch durch eine Repositionierung der Oberschenkel in die Hüftgelenke nicht effektiv behandelt werden.

Die „ALLTAGSSÜNDE“

Immer wieder werde ich gefragt, wodurch die Verwringungen der Beckenschaufeln entstehen. Hier gibt es vor allem eine Todsünde im täglichen Leben: DAS ÜEREINANDERSCHLAGEN DER OBERSCHENKEL und EIN AUF DEM ANDEREN KNIE ABGELEGTER KNÖCHEL/FUSS. Diese beiden Sitzpositionen setzen Zugkräfte frei, die ein Kippen und/oder Verschieben der Beckenschaufeln nach sich ziehen. Ein einziges Mal die Beine übereinander zu schlagen kann schon reichen, um sich das Becken dauerhaft zu verstellen! Leider bewegen sich die Hüftknochen nicht von alleine auf ihren richtigen Platz zurück und verharren in der falschen Position mit der Konsequenz einer sich langsam aufbauenden Muskelverspannung. Anfänglich mag es keine Beschwerden geben, aber im Laufe der Zeit können sich die Muskelverspannungen so immens verstärken, dass die meisten Symptome im unteren Wirbelsäulenbereich oder unterhalb der Gürtellinie über diese Muskelverhärtung zu erklären sind.

Viele Betroffene tragen ihre Beschwerden schon lange Zeit mit sich herum und haben trotz verschiedenster Therapieansätze nur wenig Linderung erfahren. Konventionelle Behandlungs- methoden lassen die Verschiebung der Beckenschaufeln mit daraus resultierender Muskel- verspannung als Schmerzursache unberücksichtigt. Und wenn alle konservativen Behand- lungsansätze ausgereizt sind, wird der Bandscheibenvorfall als Schmerzursache präsentiert, womit sich der Betroffene dann auch zufrieden gibt, denn die risikoreiche Operation des Prolaps will er nicht mit sich machen lassen; lieber hält er die Schmerzen aus.

Ich möchte an dieser Stelle nicht missverstanden werden: Ich behaupte nicht, dass Bandscheibenvorfälle nie Schmerzen verursachen, aber ich konnte schon viele Patienten, die austherapiert waren und einen Diskusprolaps als Schmerzursache aufwiesen, wieder zu einem erträglichen Leben (ganz ohne Operation) verhelfen. Dies funktionierte aber nur wirklich gut in den Fällen, wo Betroffene von Familienangehörigen zu Hause immer wieder nach meinen Angaben korrigiert und die Beckenschaufeln in die richtige Position gebracht wurden. Bei den meisten Ischiaspatienten konnte ich nach der Beckenkorrektur ein Phänomen beobachten: Es waren praktisch keine Beinlängendifferenzen und damit kein Beckenschiefstand mehr vorhanden. Hier finden sie noch einmal die schon an anderer Stelle getätigten Aussagen, was bei einer Kippung der Beckenschaufeln passiert, mit Bildern belegt:

Im mittleren Bild ist die Beckenschaufel in Normalposition zu sehen. Die schwarze Markierung an der Beckenschaufel liegt im Bereich der Wirbelsäule. Wenn Sie eine gedankliche Linie zwischen den farbigen Punkten ziehen, sind die weiter unten beschriebenen Lageveränderungen erkennbar.

Im linken Bild kippt der hintere Darmbeinstachel (= SIPS = Spina iliaca posterior superior, roter Punkt als Markierung) nach hinten und nach unten.  Bewegt sich die Beckenschaufel in diese Stellung, steigt der vordere Darmbeinstachel (= SIAS = Spina iliaca anterior superiror, gekennzeichnet durch den grünen Punkt auf der Beckenschaufel) etwas nach oben. Gleichzeitig muss die Hüftgelenkspfanne die Bewegung nach vorne mitmachen. Dabei steigt sie etwas nach oben an und nimmt das Hüftgelenk etwas mit nach oben, wodurch das Bein auf der Seite der nach hinten gekippten Beckenschaufel etwas kürzer erscheint. Dabei vermindert sich der Abstand von Beckenkamm zum Boden – das Becken sinkt auf der nach hinten gekippten Seite nach unten.

Im rechten Bild kippt der hintere Darmbeinstachel nach oben, was zur Folge hat, dass SIAS und Hüfgelenk eine Bewegung nach unten ausführen. So erhöht sich der der Abstand Bekenkamm zum Boden und das Becken muss auf der Seite der nach vorne gekippten SIAS nach oben ansteigen. Das Bein wird länger.

Kippung der BeckenschaufelnAufgrund der Lageveränderungen der Beckenschaufeln können sich Überbelastungen der gesamten Muskulatur rund ums Becken einstellen und zu Schmerzen führen. In einem nicht unerheblichen Anteil der Ischialgie- und Lumbago-Fälle ist der fünfte Lendenwirbel aus seiner lotrechten Position gezwungen worden. Über die Summe der Faktoren (muskuläre Verspannungen und Nervenblockaden) kann bewegungsabhängiger Schmerz entstehen. Typisch ist bei Ischialgien, welche auf diesem Mechanismus beruhen, dass der Schmerz zu Beginn einer Bewegung stärker erscheint und nach einer gewissen Zeit des Umhergehens sich bessert. Übertreibt es der Ischiaspatient jedoch mit körperlicher Belastung, kann sich der Schmerz unvermittelt und plötzlich wieder einstellen...

Kippung der Beckenschaufeln
Aufgrund der Lageveränderungen der Beckenschaufeln können sich Überbelastungen der gesamten Muskulatur rund ums Becken einstellen und zu Schmerzen führen. In einem nicht unerheblichen Anteil der Ischialgie- und Lumbago-Fälle ist der fünfte Lendenwirbel aus seiner lotrechten Position gezwungen worden. Über die Summe der Faktoren (muskuläre Verspannungen und Nervenblockaden) kann bewegungsabhängiger Schmerz entstehen. Typisch ist bei Ischialgien, welche auf diesem Mechanismus beruhen, dass der Schmerz zu Beginn einer Bewegung stärker erscheint und nach einer gewissen Zeit des Umhergehens sich bessert. Übertreibt es der Ischiaspatient jedoch mit körperlicher Belastung, kann sich der Schmerz unvermittelt und plötzlich wieder einstellen…

Die Differenzen der Beinlängen können auch in Liegen sehr gut beobachtet werden. Im Regelfall kippt die eine Beckenseite nach vorne (= längeres Bein) und die Gegenseite nach hinten (= kürzeres Bein). Auch in diesem Falle tritt der oben beschriebene Mechanismus der Muskelver- und -entspannung ein.

Mögliche Auswirkungen einer Beckenkorrektur

  • Eine Korrektur möglicher Fehlstellungen bringt die Hüftpfannen und die Oberschenkel in eine gleiche Ebene und beseitigt damit auch Beinlängendifferenzen, welche die häufigste Ursache für einen Beckenschiefstand, der wiederum als häufiger Auslöser einer Skoliose (S-förmige Verkrümmung der Wirbelsäue) angesehen werden kann, sind.
  • Kann trotz aller Korrekturen eine Beseitigung der Beinlängenunterschiede nicht erreicht werden, liegen wahrscheinlich anatomisch bedingte Längendifferenzen vor. Hier hilft z.B. eine Absatzerhöhung.
  • Eine Korrektur der Beckenstatik hilft beim Abbau von Muskelverspannungen und durch sie verursachte „Spinalnerv-Quetschungen“ in der tiefen Gesäßmuskulatur.

Schmerzprojektion

Ort der Schmerzempfindung ist verschieden dem Ort der Entstehung des Schmerzes

Der Mediziner Michael Graulich hat in seinem Buch „Wunder dauern etwas länger“ das Problem der langen Nervenbahnen und den Mechanismus durch Muskelverspannungen ausgelöster Schmerzen sehr gut beschrieben und erklärt, dass der Ort der Schmerzentstehung nicht gleich der Ort der Schmerzempfindung sein muss. Daher sind Beschwerden im unteren Bauchraum (z.B. Darmbeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Blasenschmerzen, Schmerzen beim Urinieren, aber auch Schmerzen in der Leiste, Schmerzen in den Hoden..) sind auch oft auf eine Verspannung / Verhärtung der Beckenmuskulatur zurückzuführen. Aufgrund einer genauen Zuordnung zwischen den einzelnen Nerven und den über sie gesteuerten Organen ist dieses Phänomen zu verdeutlichen. Ab dem zweiten Lendenwirbel ziehen die Spinalnerven, die oberhalb eines Wirbels aus der Lendenwirbelsäule austreten, durch die Beckenmuskulatur hindurch in die untere Extremität. Gleichzeitig laufen über diese Nerven auch Steuerungsprozesse für innere Organe ab. Folgende Zuordnung zu den Organen ist gesichert:

  • Lende 1: kann den Dickdarm stören und z.B. zu Diarrhoe (Durchfall), Obstipation (Verstopfung) führen
  • Lende 2: kann auf den Unterbauch wirken und zu Bauchkrämpfen führen,
  • Lende 3: kann zu Knieschmerz führen, kann die Blase irritieren bis hin zu Störungen der Blasenfunktion
  • Lende 4: kann zu Ischiasbeschwerden führen, Probleme und Störungen der Prostata, aber auch Wadenkrämpfe können hervorgerufen werden
  • Lende 5: Wadenkrämpfe, Probleme und Einlagerungen und den Beinen und/oder Füßen

Siehe auch NERVENSYSTEM für die Zusammenhänge Wirbel/Organe.

Erfolgt eine massive Reizung eines Nervs über eine Muskelverspannung, so kann der Nerv diese Irritation auch ans innere Organ weitervermitteln. Beispiel: Aufgrund einer starken Verspannung der tiefen Beckenmuskulatur erfolgt eine Reizung des Spinalnervs, welcher über dem dritten Lendenwirbel austritt. Wie aus obiger Tabelle ersichtlich ist, versorgt dieser Nerv nicht nur das Knie sondern auch die Blase mit Steuerimpulsen. Wird die Reizung des Nervs zu intensiv, kann als Folge eine Blasenreizung – auch mit Schmerzen beim Wasserlassen – auftreten. Hier stellt der Einsatz von Antibiotika nicht die kausale, sondern vielmehr eine symptomatische Therapie dar. Spontane Linderung kann sich nach einer Entspannung der tiefen Gesäßmuskulatur einstellen und damit evtl. auch die Gabe antibiotischer Substanzen überflüssig machen.

Mein Behandlungsansatz:

In den allermeisten Fällen behandle ich nach vorhergehender Lockerung der Muskulatur und Gewebe mit einem speziellen TIEFENWÄRME-Licht auf Infrarotbasis und mit BOWENTHERAPIE, um dem Körper einen lang anhaltenden Impuls zur Neustrukturierung zu geben. Anschließend korrigiere ich mit modernen, ungefährlichen und sanften chiropraktischen Ansätzen der AMERIKANISCHEN CHIROPRAKTIK oder mit der CHIROPRAKTIK AUS DEM SHAOLIN KLOSTER, oder ACKERMANN CHIROPRAKTIK, wenn ich eine Fehlstellungen des knöchernen Apparats vorhanden sind.

Die Richtigkeit des Gedankens ist die Hauptsache, daraus entwickelt sich das Richtige der Behandlung.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Wichtig:


Inwieweit ich Fragen zu Krankheiten, deren Ursachen und Therapieansätze oder zu mir bekannten Therapeuten in Ihrer Wohnortnähe oder anderswo beantworte, lesen Sie bitte unter ANFRAGEN ZU THERAPEUTEN nach.


Ich bedanke mich für Ihr Verständnis!

HIER können Sie den Erstanamnesebogen downloaden oder ausdrucken.

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